Archive für März, 2008

Mein schwerer Weg zurück ins Leben

Dienstag, März 4th, 2008
Hollooo,

sehr lange habe ich mich nicht mehr bei euch gemeldet, aber die letzten Wochen waren für mich ganz schön schwierig…

Insgesamt habe ich 7 sehr harte und ereignisreiche Wochen auf der Intensivstation verbracht. Heute ist mein großer Umzug auf die Wachstation und meine Eltern und ich können es noch gar nicht so richtig fassen, was wir die letzten Wochen erlebt haben… Auch die Schwestern und Ärzte sind heute sehr glücklich und berührt, dass mein kleines Bettchen nun endlich Räder bekommen kann und ich endlich die Intensivstation hinter mir lasse. Mittlerweile habe ich schon sehr viele Freunde auf der Station gewonnen und ich glaube, dass mich Einige auch ganz schön vermissen werden…

Aber nun werde ich euch mal berichten, was ich so erlebt habe:

An die Anfangszeit nach meiner schwierigen OP kann ich mich ehrlich gesagt nicht richtig erinnern, da ich die erste Woche nur geschlafen habe und nicht aufwachen sollte, um mich auszuruhen. Meine Eltern haben mir nur gesagt, dass sie mich die ersten Tage kaum wiedererkannt haben, da ich sehr viel Wasser in meinem kleinen Körper hatte… Nach 5 Tagen hatte ich eine zweite kleinere Operation, in der mein Brustkorb endlich zugemacht wurde. Dieser musste die erste Zeit offen bleiben, weil mein Herzchen viel Platz gebraucht hat und ich ja auch so viel Wasser im Bauch hatte. Die nächsten Tage wurde ich ganz langsam aufgeweckt und habe gemerkt, dass meine Mutti und mein Papa die ganze Zeit bei mir sitzen und mich streicheln. Sie haben mir oft Märchen vorgelesen, damit ich sie hören kann. Eine Woche nach meiner Operation hatte ich das allererste Mal meine Augen wieder auf und meine Eltern haben ganz schön geweint vor Freude, als sie mich so gesehen haben…

Leider hatte ich mir aber an diesem Tag einen Infekt eingefangen und mir ging es nicht so gut, so dass ich viele zusätzliche Medikamente brauchte. Die folgenden Tage war ich dann immer mehr wach aber irgendwie war ich auch ganz schön durcheinander.. Mutti und Papa haben mich ganz viel gestreichelt und ich war wirklich froh, dass ich nicht allein war.

13 Tage nach meiner Operation habe ich dann das erste Mal versucht wieder alleine zu atmen. Das war ehrlich gesagt ganz schön anstrengend und nach ein paar Stunden musste ich mich erstmal wieder davon ausruhen. Deshalb haben wir nach 2 Tagen noch einmal versucht, ob ich es schaffen kann alleine zu atmen. Dieses Mal war ich viel ausgeruhter aber leider hatte ich Probleme mit meiner Lunge, so dass dieser Versuch auch nicht so richtig geklappt hatte. Nach ein paar Tagen ging es dann aber zum Glück endlich und ich konnte mich dann mal wieder lauthals verständigen. Leider hatte ich nach 4 Tagen wieder große Schwierigkeiten mit meiner Lunge und somit musste wieder die Maschine bei meiner Atmung helfen.

Die Probleme mit meiner Lunge wurden leider immer größer und zusätzlich wurde bei den Eingriffen irgendwie ein Gefäß verletzt, aus dem ganz viel Flüssigkeit lief. Deshalb musste ich leider 4 Wochen nach meiner ersten Operation und genau 1 Monat nach meiner Geburt (also am 14.02.2008) wieder operiert werden. Dabei wurde die Verletzung am Gefäß zugemacht und meine Lunge wieder repariert. Danach war ich ehrlich gesagt ganz schön geschafft und Mutti und Papa waren die ersten Tage ganz schön erschrocken, weil ich so krank ausgesehen hatte.

Zum Glück habe ich mich sehr schnell erholt und schon 5 Tage später habe ich ganz allein und ganz prima geatmet. Mir ging es dann jeden Tag immer besser und schon bald durfte ich endlich auch wieder auf den Arm von Mutti oder Papa. Das hatte uns Drei in den letzten Wochen ganz schön gefehlt und wir haben es so richtig genossen! Übrigens musste ich dann nicht mehr weiter als kleiner Nackedei im Bettchen liegen, sondern konnte das erste Mal nach fast 5 Wochen wieder schick gemacht werden!

Nach 1,5 Wochen gab es für uns den nächsten Höhepunkt! Ich durfte auf der Intensivstation in einem kleinen Eimer baden! Zu Beginn war das ehrlich gesagt ganz schön komisch, aber dann habe ich gemerkt dass es doch eigentlich wie in meiner früheren 1-Zimmer Wohnung ist und ich habe mich so richtig entspannt. Es wurden gleich ganz viele Fotos von mir gemacht und selbst die Ärzte sind gekommen, um dieses Ereignis mit zu erleben… Und am Wochenende habe ich sogar in einer echten Babybadewanne gebadet. Ihr hättet mal sehen sollen, wie toll ich da geschwommen bin!

Aus der Flasche trinke ich übrigens auch schon richtig gut. Manchmal bin ich nur leider zu hastig und dann kommt leider manchmal die Milch wieder raus. Aber das werde ich auch noch lernen…

So, jetzt muss ich mich erstmal von meinem großen Umzug auf die neue Station entspannen! Diesmal habe ich übrigens Fensterblick und kann von meinem Bettchen aus, fast das Appartment sehen, in dem Mutti und Papa vorübergehend schlafen. So sind wir uns auch in der Nacht ein ganzes Stück näher.

Gute Nacht!

Eure Arlett